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 28.05..2020

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Die Stadtmauer

Inhalt auf dieser Seite:

Die erste Stadtmauer
Die erweiterte Stadtmauer
Die Stadttore
 

Die erste Stadtmauer vor dem 14. Jahrhundert

Der genaue Verlauf der ehemaligen Stadtmauer in Eschwege ist nicht bekannt, sicher ist nur die Nordseite am Fuß des Schul-, bzw. damals Cyriacusberges.

J. Ch. Hochhuth beschreibt sie 1826 so:
.“Denn die erste Ringmauer lief vom Thore an der ersten Brücke westlich am Mühlgraben hinauf bis zum hohen Thore, ,Von da wandte sie sich südlich nach dem Teichpförtchen bis zur Wallgasse, dann östlich zum kleinen Gäßchen im Brühl und endlich .zur Mühlpforte (dem nachmaligen Pommerthore) am Rücken des Judenraines hin bis zum schon genannten Brückenthore.”)
Mit “Teichpförtchen” meint Hochhuth das Leimentor, das im 19. Jahrhundert kaum noch Bedeutung hatte. Der Judenrain ist der nördliche Hang vom Schulberg zum Werraufer und der Straße “Unter dem Berg”. Nordwestlich befand sich dort damals auch die erste Synagoge in Eschwege. Er schreibt zwar “bis zur Wallgasse”, auf der Karte (ganz unten) ist der Verlauf allerdings mit der gestrichelten Linie etwa Breite Straße eingezeichnet.)
 
Nach späteren Funden von Mauerresten kann ein noch engerer Verlauf der ersten Stadtmauer vermutet werden.
In einer aktuellen "OpenStreetMap" Karte ist unten links diese Variante des ungefähren Verlaufs der ursprünglichen Befestigung vor dem 14. Jahrhundert markiert, und weiter unten der spätere Verlauf mit der Neustadt. Die Variante nach Hochhuth ist unten rechts als Abbildung zu sehen.
Durch anklicken der "OpenStreetMap" Kartenausschnitte wird zur Navigation bzw. Größenänderung jeweils ein neues Fenster geöffnet, die Markierung bleibt erhalten.
 

stadtmauer_alt

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Die erweiterte Stadtmauer ab dem 14. Jahrhundert
.
Die Neustadt entstand ab Mitte des 13. Jahrhunderts. Die Befestigung wurde danach mehrfach nach Süden erweitert und es entstanden neue Stadttore.
Im 19. Jahrhundert hatte die Stadtbefestigung etwa den unten markierten Verlauf. Ab etwa 1860 wurde die Mauer beseitigt, nachdem die eindrucksvollen Stadttore zuvor schon durch einfache Lattentore ersetzt worden waren.

 

zweite_stadtmauer

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Hier ein “Grundriss der Stadt Eschwege” von Philipp H.Hempfing aus dem Buch "Erinnerungen an die Vorzeit und Gegenwart" von J. Ch. Hochhuth 1826.
Die Stadt wird hier in "Altstadt" und "Neustadt" durch eine Linie Brühl - nördlich der Mittelgasse - Brunnengasse - Breite Straße unterteilt.


(zur besseren Orientierung sind einige Straßen mit den heutigen Namen blau gekennzeichnet)
 

Stadtmauer ESW_b2

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Die Stadttore

Auf diesem Kartenausschnitt ist der ungefähre Verlauf der ersten Stadtmauer nach Hochhuth zu sehen (hier ist eine Navigation nicht möglich). Der südliche Verlauf ist auf der Karte von 1826 (hier) mit der gestrichelten Linie etwas detaillierter dargestellt.

erste_stadtmauer_hochuth

1. Pommertor, zuvor Mühlpforte, später Böhmertor

Unter dem Berge, am Ostende des damaligen Cyriacusberges, etwa bei der Tränenbrücke. Hier begann die eigentliche Stadtmauer in südlicher Richtung, weil die Nordseite weitgehend durch die Werra und den Berghang mit einer schwachen Mauer gesichert war
.

Nach dem Bau des Dünzebacher Tores verlor es an Bedeutung.

2. Dünzebacher Tor

stand am noch erhaltenen Turm des Dünzebacher Tores.(Mauerstraße / Neustadt/Brühl / Hinter der Mauer)
erbaut: vor 1322

3. Boyneburger Tor

im Bereich Mauerstraße / Neustadt / Klosterstraße
erbaut: vor 1321
abgerissen: 1823

4. Leimentor oder Altes Tor

Zwischen Klosterstraße und untere Anlagen. Ursprünglich kann es irgendwo zwischen Stad und Breite Straße gelegen haben.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde es durch ein Gattertor ersetzt. Das daneben errichtete Haus (westlich der Ecke Wendische Mark / Leimentor / untere Anlagen) war bis in die 1960er bewohnt, bevor es wegen der ersten Umgestaltung der Anlagen abgebrochen wurde.
Auch das Leimentor verlor später an Bedeutung und wurde schließlich “Teichpforte” genannt, wegen des davor liegenden Teiches, der durch den Goldbach gespeist wurde.

5. Honer Tor, später Neues Tor

Ursprünglich etwa bei der oberen Forstgasse gelegen, wurde es später weiter westlich verlegt und dann - nach dem Bau und den Erweiterungen des Landgrafenschlosses - ungefähr in die Friedrich-Wilhelm-Straße, etwa beim Amtsgericht.

6. inneres und äußeres Brückentor

Das innere Brückentor entstand 1473, zeitgleich mit dem Bau der ersten Brücke aus Stein. Vorher gab es aber ein schon 1357 erwähntes Tor. Es gab zwei Tore, eins vor und eins hinter der Brücke.
Das äußere Brückentor wurde 1557 zeitgleich mit der 2. Brücke gebaut
.

Die kleine Kapelle "zum heiligen Geist" - hinter der zweiten Werrabrücke in Richtung Grebendorf - erinnert auch an das Siechenhaus, das daneben stand. Dorthin wurden in früheren Zeiten schwerstkranke Menschen außerhalb der Mauer zum Sterben gebracht.
(Heute befindet sich neben der Kapelle eine moderne Altenheim GmbH.)

Es gab noch weitere kleine Zugänge in der Stadtmauer:

a) das "Todentor"

Eine kleine Pforte - etwa bei der Friedenstraße - war der Zugang zum damals an den Anlagen gelegenen Friedhof.

b) Die Schlossmühle

befand sich außerhalb der Mauer, auch hier gab es eine kleine Pforte.

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