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 28.05..2020

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Die Synagoge

 

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Die Synagoge vor dem Berge um 1900 (Foto Oscar Tellgmann)

Eine kleine jüdische Gemeinde könnte es bereits im 14. Jahrhundert in Eschwege gegeben haben, denn bereits 1398 wird ein jüdischer Bürger als Vorbeter erwähnt. Im 15. Jahrhundert gab es eine Judengasse bei der heutigen Kniegasse.
Seit dem 17. Jahrhundert wohnten viele jüdischen Bürger “Unter dem Berge” (damals “Fischerstad”), und 1692 wurde dort die erste kleine Synagoge errichtet, das wäre heute ungefähr bei der Auffahrt zum Parkdeck des ehem. Woolworth-Gebäudes. Seitdem nahm die Zahl jüdischer Bürger kontinuierlich zu und erreichte 1885 mit 549 einen Anteil von 5,8% der Einwohner in Eschwege.

Der ev. Pfarrer und Heimatforscher J. Ch. Hochhuth berichtet 1826 von der Innenansicht der ersten Synagoge so:

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Das genannte jüdische Gotteshaus ist, wie eine Inschrift links an der Thüre sagt,134 Jahre alt. Im Parterre sind Stände für die Männer; auf einer Gallerie für die Frauen.An den Wänden ließt man Stellen aus der Thora un d auf einer einer Tafel, welche an der Emporbühne angebracht ist, in deutscher und hebräischer ausgesprochene, fromme Wünsche für das Wohl Sr. Königlichen Hoheit

Im Dezember 1838 wurde dann die neue Synagoge "vor dem Berge"(Bild ganz oben) eingeweiht, und wenig später 1839 erhielt die 1827 gegründete jüdische Schule hinter der Synagoge in der Schulstraße neue Räume.

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© CC-Lizenz 3.0 by-nc www.Schulberg.de

Die jüdische Schule in der Schulstraße

mitte links das Gebäude der ehemaligen jüdischen Schule, oben die ehemalige Synagoge
 

 

 

Ein Bild zum ewigen Schämen und zur Erinnerung an das, wozu Menschen fähig sind.

Fast genau 100 Jahre nach ihrer Einweihung wurde die Inneneinrichtung der Synagoge am 8. / 9. November 1938 zerstört.

 

Synagoge1938

© Historische Bilddokumente
http://www.lagishessen.de/de/subjects/idrec/sn/bd/id/92-008

Nach 1945 war die Synagoge dann noch für einige Zeit religiöser Mittelpunkt für überlebende Juden, die vorübergehend in einem Lager auf dem ehemaligen Flugplatzgelände auf ihre Ausreise aus Deutschland warteten.

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© CC-Lizenz 3.0 by-nc www.Schulberg.de

1954 erwarb eine christliche Glaubensgemeinschaft das Gebäude.

Nach über 500 Jahren Tradition gab es in Eschwege die jüdische Gemeinde nicht mehr.

Ausführliche Informationen zu den früheren jüdischen Gemeinden im Gebiet des Werra-Meißner-Kreises findet man auf dieser außerordentlich interessanten Webseite:

http://www.alemannia-judaica.de/synagogen_hessen.htm#Werra-Mei%C3%9Fner-Kreis%20(ESW)

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